BerlinMan 2016 – fast optimal!

Der letzte gemeinsame Triathlon in der Saison 2016 sollte der BerlinMan 2016 sein, die Betonung liegt auf „sollte“! Das Jahr ging ja mit Krankheiten und Verletzungen komplett durch alle Teammitglieder, so dass es kurz vor dem Wettkampf Svon mit einer Virusinfektion erwischte. Ich stellte mich auf ein Teamduell mit meinen Cousin ein. Am Freitag, vor dem Wettkampf, schrieb mich Dvon an: „sein Knie schmerzte und könne nicht nach Berlin kommen“!

Meine Strategie und Wettkampfplanung wurde mit einem Satz komplett durcheinander gebracht! Ich beschloss meinen letzten Tri, für diese Saison, ruhig und ohne Stress anzugehen und richtig zu genießen. Druck hatte ich ja nun nicht mehr und eine Halbmarathonstrecke bin ich auch erst 3 – 4 mal in diesem Jahr gelaufen. Gründe hierfür könnt ihr schon singen, also lassen wir das! Ich packte aus meiner Tasche ein paar Energiegels aus, denn auch diese benötigte ich, ohne Konkurrenz aus den eigenen Reihen, nicht.

Am Samstag beschloss ich meine Frau, bei Ihrem 5 km Lauf an der Glienicker Brücke, zu begleiten und freute mich auch auf Ihre Kollegen, mit denen ich die Teamstaffel der Charité Anfang Juni bestreiten durfte. Doch es kam wieder einmal ganz anders, denn plötzlich klingelte das Telefon und Dvon meinte sein Knie soweit in den Griff zu bekommen, dass er am Sontag an den Start gehen könne!

005Bedeutete für mich vom Wannsee zum Flughafen nach Tegel und meinen Cousin einsammeln. Von Tegel aus wieder zurück zum Wannsee um die Startunterlagen abzuholen und dann nach Hause. Material wurde vorbereitet und richtig zu Abend gegessen, Pasta natürlich!

Um kurz vor halb elf ging es dann zu Bett und ich bin auch gut eingeschlafen nur leider war die Nacht viel zu schnell vorbei. Nicht aufgeregt und gut im Zeitplan haben wir gemeinsam gefrühstückt. Mit der S-Bahn Richtung Wannsee fuhren wir zum Strandbad Wannsee und bereiteten unsere Wechselzone vor. Immer noch keinerlei Aufregung und das Wetter war auch auf unserer Seite, vor zwei Jahren hatten wir deutlich geringere Temperaturen und es nieselte leicht, ganz zu schweigen von meiner Nervosität!

Die Wassertemperatur betrug 22°C und so war Kälteschutz erlaubt. Wir zwängten uns in unsere Neos, für diese Zeit geht der erste Punkt eindeutig an Dvon, der bedeutend schneller angezogen war als ich. Ich kämpfte noch mit meinem Neoprenanzug als er sich schon einschwamm.

Fertig, Brille ausgespült und auch das Wasser getestet. Aufregung immer noch nicht vorhanden, was war los? Ich wollte den Wettkampf genießen und die Tatsache das Dvon nun doch startete sollte das nicht kaputt machen. Ich brauchte keinem was beweisen und ich ließ es auf mich zu kommen! Zu Wasserstartlinie geschwommen und noch nicht einmal richtig angekommen zählte man schon den Countdown runter. Startschuss und los.img_5974

Auf den ersten Metern wurde es mal wieder enger, aber es hielt sich in Grenzen, die Brille saß gut und das Wasser fühlte sich richtig gut an, leichtes zwicken im Rücken aber es war sehr gut zu kompensieren. Nach der Hälfte hatte ich bereits einige Schwimmer aus der Vorgruppe, also 5 Minuten gut gemacht und mir ging es richtig gut. Die Brille war immer noch an Ort und Stelle und beschlagen war sie auch nicht, mit guter Sicht habe ich sogar bei der dritten Boje ein Schwimmer aus der anderen Vorgruppe erwischt, was war das denn?

Es lief wie am Schnürchen, kein Brustschwimmen und alles war Top. Kaum aus dem Wasser ein Blick auf meine Uhr, ich konnte es nicht glauben und das war die Geburt einer neuen Bestzeit. 20 Minuten, zum 2014er Wettkampf, verbessert! Ich wusste das ich die Radzeit genauso halten könnte wie vor zwei Jahren und dann könne ich mir auf der Laufstrecke 20 Minuten mehr Zeit nehmen! Die typische Rechnerei wurde auf den 89 Stufen zur Wechselzone unterbrochen. Ich hatte einige Probleme den Neo auszuziehen aber so schlecht war der Wechsel nicht, rauf aufs Rad und erst mal sortieren. Ein Gel zur Versorgung und die gute Schwimmzeit über die 90k Raddistanz retten. Ich bin auf der ersten Runde schnell in meinen Rhythmus gekommen und spulte die Runden einfach so ab. Dvon konnte ich auf dem Kronprinzessinnen Weg in der Ferne erkennen, ich nahm etwas Tempo aus den Pedalen. Svon stand an der Strecke und machte einige Fotos von uns, ich freute mich ihn zu sehen Danke für das kommen! Ich quatschte ein wenig mit Dvon bis zum Anstieg zum Grunewaldturm.

Ab dort fuhr ich mein Tempo bis zum Wechsel weiter und machte mich auf die Laufstrecke, eigentlich ja meine stärkste Disziplin aber die 20k sind nicht mal so aus dem Handgelenk geschüttelt! Bei nun mehr Temperaturen um die 32°C wurde die Laufstrecke an dem Kronprinzessinnenweg und der Havelchaussee sehr schmerzhaft, im Wald waren die Temperaturen gut zu ertragen aber dort waren sie fast unerträglich! Ich setzte mir kleine Ziele und nahm von den Verpflegungsstellen reichlich Wasser und Obst zu mir, denn Isogels konnte ich nicht mehr sehen! Ich kämpfte mich von Runde zu Runde und nur durch die Anfeuerungen meiner Familie hielt ich durch.img_6091

Auf den Weg zum Zielkanal fingen mich meine Kids ab und zogen mich förmlich über die Ziellinie. Absolut erschöpft nahm ich meine Medaille entgegen und nahm reichlich Wasser zu mir. Meine Kinder verpflegten mich mit Obst und ich bekam noch eine Massage! Der Mann verstand sein Handwerk und ich hatte das Gefühl ihm machte es Spaß mich zu quälen!

img_6106Dvon begrüßte mich mit einem Lächeln, während der Massage, auch er hatte sein Ziel mit Sub 6h erreicht. Da ich mir keine Ziele gesteckt hatte und durch die super Schwimmzeit einen optimalen Start hatte konnte ich mit der Leistung beim Schwimmen und auf dem Rad sehr zufrieden sein. Ich hatte in diesen beiden Disziplinen eine Verbesserung meiner 2014er Zeit um 24 Minuten erreicht. Jetzt komme ich zu meiner Überschrift des Artikels, “fast optimal”: ich hätte mich gefreut wenn Svon, Dvon und ich gemeinsam dieses Event gefinished hätten und zum zweiten wenn ich durch eine bessere Laufleistung meinen Vorsprung mit ins Ziel hätte nehmen können. So waren es dann nur noch 20 Minuten die zu 2014 zu Buche standen, was für solch eine Distanz und diesem Wetter, eigentlich gar nicht so schlecht ist.img_6108

Für die Spenden4Kinder überweise 2,48€ und freue mich auf weitere Wettkämpfte mit dem DAS TriDream!

 

Bildquelle: © dastridream.de

4 Kommentare

  1. Gut gemacht, Avon!
    Und man hat Dir den Spaß angesehen. Am meisten freue ich mich über Deine Schwimmzeit, wenn die Strecke auch kürzer als 2014 war.
    War schön auf dem Rad zu quatschen und sich über Chrissie-den-Lutscher mit Startnummer 2 aufzuregen 🙂
    Werde die Tage meinen Bericht schreiben und dann ab in die off season!

    1. Der Lutscher ist 6er geworden. … ich fand es auch schön, mal in Ruhe sich mit dir zu unterhalten, auf der Radstrecke. 😉 Deine Off hast du dir verdient. Es hat Spaß gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.