BerlinMan 2018 Race

BerlinMan 2018 mein letzter Wettkampf! Nach langer Überlegung habe ich nun den Entschluss gefasst und so sollte es auch akzeptiert werden! Ich bin der Meinung, dass ich in dieser Saison sehr viel erreicht habe und dazu werde ich meinen Jahresrückblick Artikel verfassen. Also nun zurück zum BerlinMan. Komischer Weise war ich am Vortag wieder sehr nervös, ähnlich wie bei meinem Debüt auf der Mitteldistanz 2014 hier beim BerlinMan.

Ich hatte mir die Zeiten aus 2014, 2015 und 2016 angeschaut und mit 5:26h war 2016 die beste Zeit hier beim BerlinMan gefinished worden. Ich rechnete für 2,2k Schwimmen mit 50 Minuten, Rad für 90k mit ca. 2:45-2:50h und für die HM Laufstrecke mit 1:50h! Sollte also knapp an die Zeit von 2016 reichen und mit 5:25h für eine neue Bestzeit! Eigentlich, denn ich war ja ziemlich kaputt, aber das hatte ich ja bereits geschrieben. Ich sortierte meine Wettkampfsachen und checkte das Rad kurz durch, soweit alles bestens. Die Startunterlagen holte ich am Samstagabend, bei tollem Wetter am Wannsee, ab. Dabei schlich sich aber schon wieder Routine ein, Startnummern hin kleben wo und wie, der Ablauf und die Strecken usw. klar das ist schließlich für einen Ironman keine Herausforderung mehr. Das Wetter sollte, laut Vorhersage, trocken und bedeckt sein bei angenehmen 22°C, also optimale Wettkampfbedingungen! Zeitig bin ich am Vorabend nicht ins Bett gekommen, da wir noch mit Freunden beim Italiener essen waren.

Am frühen Morgen, so gegen 5:00 Uhr klingelte der Wecker und ich frühstückte und machte mich fertig. Meine Frau beschloss mich zu begleiten und wir fuhren mit den Rädern zum S-Bahnhof. Mit der S-Bahn zum Niklassee und schnell zum Check in, es war ziemlich spät, nur noch 15 Minuten Zeit um einzuchecken! So knapp, das ist eigentlich nicht meine Art!

Ich sortierte meine Sachen in der Wechselzone und nahm mein Neopren, Badekappe und Schwimmbrille und ging runter zum Strand. Toilettengang, rein in den Neo und noch ein Gespräch mit meiner Frau, Kuss und schnell zur Startlinie geschwommen, schon wieder sehr knapp, man, was sollte das dennoch werden, alles ziemlich knapp heute!

Kaum angekommen fiel auch schon der Startschuss, auf die 2,2k und es lief ganz gut. Nach ca. der Hälfte hatte ich keinen Durchblick mehr, die Brille war komplett beschlagen, also musste ich das Schwimmen unterbrechen um die Brille zu reinigen und weiter ging es. Nach 3/4 der Distanz überholten mich die ersten Schwimmer der letzten Startphase und es wurde noch einmal recht voll an den Wendepunkten. Okay, dass mit dem Schwimmen wird ja immer besser, aber ist trotz alle dem nicht meine Lieblingssportart. Meine Uhr zeigte beim Verlassen des Wannsees eine Zeit von 44 Minuten an und alleine das war Grund genug sich zu freuen. Diese Zeit benötigte ich früher einmal für 1,5km!

Nun ging es die Treppen hinauf zur Wechselzone und auch der Wechsel ging glatt, selbst mit dem Neo gab es keine Komplikationen. Rauf aufs Rad und die 90k in Angriff genommen. Schwer, sehr schwer kam ich in den Tritt, zum Anfang hat man gleich einen Anstieg und ich tat mich sehr schwer. Kurz darauf kam der Anstieg zum Grunewaldturm, der heftigste Berg der Strecke. Mir ging schon beim ersten Mal die Luft aus und das obwohl man diesen 4x auf dem Plan hatte. Ich konnte an keinem Athleten ran fahren geschweige überholen. Das war nicht der Plan und für mich völlig ungewohnt. Plötzlich fing es auch noch an zu regnen und das zerstörte komplett meinen Plan! Die Kurven wurden rutschig und ich wollte kein Risiko eingehen. Ich ergab mich der Situation und fuhr mein Rennen, ohne wenige Überholmanöver und teilweise sehr einsam. In der vierten Rad Runde wurde es dann doch plötzlich voller, ich konnte den einen oder anderen überholen und es machte plötzlich wieder Spaß!

In der Wechselzone angekommen und schnell in die Laufschuhe gesprungen, auch dieser Wechsel war recht schnell aber die ersten Laufmeter waren für mich die Hölle. Probleme mit den Beinen, dass hatte ich ja schon lange nicht mehr, sehr ungewohnt. Die Frage, die ich mir in diesem Moment stellte, wie soll ich denn den Halbmarathon überstehen? Die ersten Kilometer zogen sich wie ein Kaugummi und wenn mich jemand in dieser Situation zum Aufhören überreden wollte, ich hätte es getan. Ich war fertig und wollte nicht mehr. Überrascht war ich aber die ganze Zeit von meiner Uhr, die sagte mir aber permanent, du bist bestens unterwegs!

Komisch wie ein Gefühl einen so runterziehen kann obwohl die Zeit was ganz anders sagt! Wie schon beschrieben, quälte ich mich förmlich über die Distanz und zog meine Runden. Ich absolvierte die Laufstrecke aber trotz meiner schlechten Einschätzung sehr zufriedenstellend!

Auf den letzten Meter der Laufstrecke genoss ich noch einmal die perfekte 2018 er Saison, und mit Blick auf die Ziel Uhr konnte ich wieder eine persönliche Bestzeit auf die Beine stellen. 19 Minuten verbessert, wo kamen die denn, Bitte Schön, her???

So und nun zu meinen Anfangssätzen: „BerlinMan 2018 mein letzter Wettkampf! Nach langer Überlegung habe ich nun den Entschluss gefasst und so sollte es auch akzeptiert werden! Ich bin der Meinung, dass ich in dieser Saison sehr viel erreicht habe und dazu werde ich meinen Jahresrückblick Artikel verfassen.“ Ich werde mir nun in der OFF Gedanken zu meinem weiteren sportlichen Werdegang machen und weiß noch nicht wirklich, wie es weiter gehen soll, schließlich habe ich viel, viel mehr erreicht als ich mir je hätte erträumen können! Was ich aber ganz sicher weiß: Kallinchen wird es noch ein paar Jahre für mich geben! 3,15€  für die Spenden4Kinder Aktion sind überwiesen!

Bildquelle: © dastridream.de

3 Comments

  1. Gratuliere zum Abschluss einer wirklich tollen Saison! Und ja, da ist es …. das tiefe Motivationsloch nach einer Ironmansaison. Nach Roth 2010 kam ein Loch mit vielen, vielen Kilos, aud dem DAS TriDream mich erst 2014 heraus geholt hat.
    Jetzt Beine hoch und Kopf frei … ich habe schon einige Ideen für 2019 😉

    dvon

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