BIG 25 Halbmarathon 2017

Nach einer Pause, im Jahr 2016, sollte es dann doch wieder ein Halbmarathon werden. Mit wirklich sehr wenig Training stellte ich mich der Herausforderung. Das Wetter sollte laut Wetterbericht zur Hälfte in Regenschauern und Gewittern umschlagen, dementsprechend war die Bekleidungswahl diesbezüglich echt schwer. Am Morgen ein Blick aus dem Fenster suggerierte Trockenheit und sogar Sonnenschein. Komisch, schon mal anderes als vorher gesagt.

Meine Frau wollte mich, an ihrem Muttertag – „Herzlichen Glückwunsch an alle Mütter“, in diesem Jahr begleiten! Wir machten uns mit dem Auto auf dem Weg zum Berliner Olympiastadion.  Ein Parkplatz war recht schnell gefunden und so testete ich die Temperatur beim Verlassen des Autos, es war warm, so richtig warm und so wurde auch noch schnell das Unterhemd abgelegt.  Man hatte, das erste Mal in diesem Jahr, das Gefühl von Frühlingswetter in der Hauptstadt.

Auf dem Fußweg zum Start wurde die Nervosität deutlich größer und erste Zweifel über die Distanz kamen mir auch. Das letzte Mal das ich die Halbmarathon Distanz lief, war an dvons Geburtstag, dem Berliner Marathon. Ich war mir bewusst, keine Zeit wie in meinem Traumjahr 2015 laufen zu können, aber unter 2h sollte es schon sein! In der Startaufstellung wurde es nun richtig heiß,  Sommerliche 26°C und Sonnenschein brannten die letzten Gedanken an das vorher gesagte Schlechtwetter weg.

Der Start verzögerte sich um 10 Minuten und das war für mich nicht das Beste.  Gedanken machen, ist dann eigentlich nicht mehr von Nöten.

Endlich der Countdown und Startschuss fiel und. … meine Uhr hatte sich nach 15 Minuten abgeschaltet.  Okay, auf die Seite gestellt und Neustart der Uhr durchgeführt. Mit Verspätung und nicht mehr in den ersten Startblock sondern irgendwo zwischen 3 und 4 ging es dann auch für mich auf die Strecke.  Die Temperaturen fühlten sich noch wärmer an und man suchte den Schatten auf der Laufstrecke. Bergab bis hinter der Siegessäule war das Tempo Top und es lief wie am Schnüren, doch der Asphalt glühte.

Ich kam sehr gut ins Rennen und war bis zum Kilometer 10 auch unter der 5 Minuten Marke. Besser als erwartet und bei jeder Wasser-Station wurde ordentlich getankt und geduscht. Ab dem 10 Kilometer, kurz nach dem Tiergarten, hatte ich jemanden an meiner Seite, dessen Tempo dem meinen recht ähnlich war und wir beide konnten uns gegenseitig gut über die schweren 3-4 Ku`damm Kilometer, ziehen.  Leider verloren wir uns an der nächsten Verpflegungsstation, so dass, ab dem 15 Kilometer, wieder der Alleinkampf folgte.

Am Ende der Kantstraße folgt dann, wie immer, der schwere Anstieg mit 90%-igen Gegenwind.  Und leider irrte ich mich da nicht, denn auch in diesem Jahr war es so. Aber zum Glück hatte die Wettervorhersage nicht Recht und es blieb trocken.

Ich quälte mich bis zum Theodor-Heuss-Platz und hatte die 18k geschafft.  Ab da hörte man nur noch Jubel und Sprüche wie: „jetzt hat man keine Option mehr“ und „ Aufhören bzw. Aufgeben gibt es ab hier nicht mehr.“ Ich stellte mir die ganze Zeit die Frage, ob die Leute mich damit meinten???? Ich fühlte mich eigentlich gar nicht so schlecht und Aufgabe ist für mich auch wirklich keine Option, aber dazu später noch ein Satz.

Ab dem Theodor-Heuss-Platz kamen immer wieder schnellere Läufer von hinten die eine wahnsinnige Geschwindigkeit an den Tag legten und mit dem Blick auf ihre Trikots war klar, dass es schon keine Freizeitsportler mehr sein konnten. Laufsportvereine und Triathlonvereine die in Berlin fast jeder kennt.  Auch von diesen schnellen Jungs habe ich mich nicht aus der Ruhe und meinen Rhythmus bringen lassen, den ich wusste, dass der Weg nicht am, sondern im Olympiastadion endete und dieser Weg noch weiter ist, als wie man es erahnen könnte, wenn man aufs Stadion zuläuft.  Beim ersten Mal habe ich nach Sichtung der Olympischen Ringe ganz schön Speed gemacht und habe die letzten 2 Kilometer unendlich gequält, ein Glück man lernt aus seinen Fehlern. So konnte ich auf den letzten Metern noch den einen oder anderen passieren und auch auf den letzten Schritten auf der schönen blauen Stadionrunde, mobilisierte ich noch mal alle Kräfte, um nicht doch noch überholt zu werden.

Leider blieb in diesem Jahr der Gänsehauteffekt aus, aber ich schiebe es einfach auf den Erschöpfungszustand.

Ach übrigens zu dem Thema ob die Zuschauer mich meinten? Wie schon geschrieben, fühlte ich mich recht gut, doch nach Ansicht der Videos sah ich echt Sch .. e aus und demnach werden sie wohl mich gemeint haben.  😉 .

Ein besonderes Dankeschön für die tollen Fotos, Videos  und der Berichterstattung muss ich an dieser Stelle meiner Frau widmen.

Zum Thema Zeit kann ich nur sagen, dass ich logischerweise über meiner Bestzeit aus dem Jahr 2015 geblieben bin, aber schneller als 2014 und auch schneller als erwartet. Ich bin vollkommen zufrieden mit diesem Ergebnis und 21ster in meiner Altersklasse hört sich doch auch gar nicht so schlecht an!

 

Bildquelle: © dastridream.de

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