Blech trotz Glück

Eine Sekunde trennte mich bei der Challenge4all in Roth vom Treppchen. Eine einzige Sekunde. Ich war so nah dran und musste 50 Meter vor dem Ziel erkennen, dass es nicht fürs Treppchen reicht. Dabei hatte ich noch Glück gehabt, denn wie vorhergesagt hängt die Platzierung auch vom Teilnehmerfeld ab. Mit meiner diesjährigen Zeit wäre ich im letzten Jahr Neunter geworden.

roth (2)Aber fangen wir mit dem Schwimmen an. 200 Meter können lang sein. Und jeder Schwimmer weiß, dass man 100 Meter Vollgas schwimmen kann aber bei 200 Metern die Strecke sehr lang wird. So ließ ich mich nicht aus der Ruhe bringen, als auf der Nebenbahn jemand nach 50 Metern richtig weit vor mir war. Schwimmstil und Wasserspritzer schienen nicht der Stil eines Profis zu sein. Und richtig, schon nach 75 Metern hatte ich ihn überholt.

Doch wo lag ich insgesamt? Ich hatte keine Ahnung. Pro Bahn schwammen 5 Athleten. Das war sehr unübersichtlich und es gab zu Beginn eine kleine Kabbelei. Ein Sportler auf meiner Bahn startete noch vor dem Startschuß und ich bekam seine Beine fast ins Gesicht. Einmal ordentlich dran gezogen und weggedrückt, und ich war vorbei. Ich war deutlich schneller und fühlte mich bedrängt.

roth (4)Doch wo lag ich insgesamt? Man hörte ab und zu eine Ansage, aber im Wasser versteht man schlecht und es klang nicht nach meiner Nummer. Die letzten 50 Meter gab ich nochmal Gas.

Raus aus dem Wasser – und Erster!

Cool. Der Sprecher nannte Namen und unser Team – DAS TriDream! Mit Vollgas in die Wechselzone. Umziehen und rauf aufs Rad.

Als Erster. Und das erste Mal in meiner sportlichen Karriere hinter dem Führungsmotorrad. Echt cool kann ich nur sagen.

Ich rechnete auf den ersten 5 Kilometer ständig mit einer Attacke von hinten, doch bis zur Wende blieb ich vorn. Und dann sah ich den Zweiten – ich hatte einen guten Vorsprung und er trat einen hohen Gang recht unrythmisch. Keine Gefahr und so raste ich den Rückweg weiter hinter dem Führungsmotorrad her.

roth (5)Bis ins Ziel. Laufschuhe an und los. Hinter dem Führungsmountainbike. Es war unglaublich, doch bei meiner Laufschwäche rechnete ich mit einigen Überholungen.

Noch ungefähr 250 Meter bis zum Ziel. Ich hatte mich das ganze Rennen über nicht umgedreht und tat es auch jetzt nicht. Ich frage einen Ordner, hinter mir? 20 Meter, meinte der. Ich begann meinen Schlußspurt. Er würde lang werden, aber es war meine einzige Chance. Nur ein beherzter Antritt konnte mir den Sieg sichern.

Doch der Bursche gab nicht auf. Er war schneller. Deutlich schneller. Und so musste ich mich um eine Sekunde geschlagen geben.

Eine Sekunde. Im Schlußspurt. Genau dort, wo ich nach dem Chiemsee-Triathlon noch gesagt habe, dass ich mich nicht überholen lassen würde.

roth (1)Es war bitter. So lange geführt und dann überholt werden.

Da im zweiten Lauf zwei schnellere Sportler dabei waren, blieb für mich nur Platz 4. Es fühlte sich wahrlich …. an.

So viele Chancen aufs Treppchen hat man ja nicht.

Mein Schwimmerfolg und meine Fahrt auf dem Rad hinter dem Führungsmotorrad, das bleibt mir als positives Fazit. Mit 36:59 Minuten war ich fast eine Minute schneller als im letzten Jahr, so dass 1 Euro für Spenden4Kinder überwiesen werden. Eine Minute schneller als 2015.

Und den Großteil dieser Minute habe ich auf der Laufstrecke geholt.

Bildquelle: (c) dastridream.de

 

7 Kommentare

  1. Erstmal, wirklich Schade das es nicht für das Podest gereicht hat. Aber die ganze Zeit in Roth zu führen, hinter dem Motorrad und später hinter dem Rad als erster das Feld anzuführen, dass kann dir keiner mehr nehmen. Cool. Was ich auch richtig gut finde ist das unser Teamname in Verbindung mit dem Führenden genannt wurde! Danke für deine Leistung. Kopf nicht hängen lassen, das klappt schon mit dem Podest.

  2. Wow – allein das Gefühl mal zumindest zeitweise ganz vorne zu sein muß doch echt unglaublich sein. Über den 4. Platz mußt du dich echt nicht ärgern. Du brauchst doch Motiviation fürs nächste Jahr!

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