Challenge Roth – Ihr Jungs habt es geschafft!

Wahnsinn! Super! Gratulation! Unglaublich! Hammer! Es gibt hunderte von Superlativen, die auf Euch zutreffen! Einfach nur Hammer!
Ein super Rennen! Ein hartes Rennen. Aber Ihr zwei seid jetzt echte IRONMAN!

Ich habe an Euch geglaubt und Ihr habt es gepackt!

Ein hartes Rennen. Und das war es auch für mich. Insbesondere am Morgen, als ich mich auf der falschen Seite des Zauns wiedergefunden habe, war ich den Tränen nahe. Wie gerne wäre ich mit Euch gestartet. Hatte ich übertrieben mit meiner Vorsicht? Hätte ich vielleicht doch starten können? Radfahren geht ja ganz gut …. Die Antwort bekam ich beim Schwimmen gegen Mittag im Rothsee. 500 Meter schwimmen und die Nase war komplett dicht. Also richtige Entscheidung.

Zurück zu Avon und Svon, schließlich war es Euer großer Tag.

Morgens ging es von Greding Richtung Roth. Svon fuhr vor mir, im Schnitt 140 und in der Spitze 160 km/h. War nicht ganz leicht, mit dem Rad auf dem Dach zu folgen, aber hat gepasst. Irgendwie.

Ankunft am Parkplatz und ab zum Start. Beim Überqueren der Brücke der Erste von vielen Gänsehautmomenten: Toller Blick auf die Schwimmstrecke! Dann gingen Avon und Svon in die Wechselzone. Und weg waren Sie, auf der anderen Seite des Zauns.

Um 6:30 Uhr der erste Start. Die Profimänner und alle über 65 jagten los. Ich hatte mein MTB geholt und stand an der gegenüberliegenden Seite mit tollem Blick auf den Schwimmstart.

8:00 Uhr. Avon startet in seine erste Ironmandistanz, 5 Minuten später gefolgt von Svon. Ich fuhr mit dem Rad zur Schwimmwende bis Kilometer 1,5 und wartete auf Svon. Sein Schwimmstil ist einmalig und ich war mir sicher, ihn sofort zu erkennen.

Plötzlich brüllte jemand im Wasser. Mein Gott, dachte ich mir, man kann es mit der Selbstmotivation aber auch übertreiben. Erst beim dritten Mal schnallte ich, dass der Typ im Wasser meinen Namen brüllte. Avon! Ich war so auf Svon fixiert, dass ich ihn fast übersehen hätte. Was macht der denn hier? Ich hatte wirklich damit gerechnet, Svon vorn zu sehen. Ich begleitete Avon dann die nächsten 1500 Meter, schrie ihm die Zeiten an den Entfernungsmarken zu, ich weiß aber nicht, ob er mich gehört hat.

Sein Schwimmstil sah sehr gut aus, bei 1500 Metern. Nach hinten raus sah man ihm an, dass es schwerer wurde, die Bewegungen wurden eckiger. Aber, und im Gegensatz zu ihm hatte ich daran keinen Zweifel: Er kraulte die gesamte Strecke durch. Einfach mal dem großen Cousin vertrauen, Kleiner 😉

Vom Schwimmen wechselte ich auf die Radstrecke beim Rothsee. Avon kam kurz danach an mir vorbei, 180 Kilometer vor sich. Svon wähnte ich schon vorbei, erst hinterher bekam ich mit, dass er hinter Avon war. Das hatte mich schon überrascht, ich hatte ihn nach dem Schwimmen vorn erwartet.

Weiter ging es mit dem Auto nach Greding. Hotel Check-out und erstmal in Ruhe gefrühstückt am Markt. Wohl ein wenig zu lange, denn als ich an der Radstrecke auftauchte, war Avon schon durch. Ich hatte einen guten Platz erwischt, fast am Ende des Anstieges. Super Stimmung peitschte die Athleten den heftigsten Anstieg des Rennens hoch. Kein leichter Brocken. Und dann kam Svon. Er kämpfte sich den harten Anstieg hoch. Ich lief neben ihm und feuerte ihn an, keine Ahnung, ob er mich gesehen hatte, aber ich war mit Sicherheit laut genug. Svon machte Druck am Berg, aber von außen sah es schon sehr, sehr hart aus. Als ich ihn so kämpfen sah, war mir bereits klar, dass es ein sehr schweres und langes Rennen für ihn werden würde.

Mit dem Auto ging es dann zurück zum Schwimmstart in die Nähe vom Rothsee. Von dort mit dem Rad Richtung Solar, am Ende des Solarer Berges. Und bald schon sah ich Svon wieder. Am Ende des Solarer Berges feuerte ich ihn wieder an. Er fuhr und kämpfte, nur das war wichtig. Mittagessen in Hilpoltstein, rüber zum Rothsee und eine Runde schwimmen und sonnen. Dann wieder auf die Radstrecke. Und Avon rauschte an mir vorbei. Er sah wirklich noch gut aus, und das nach 170 Kilometern auf dem Rad. Svon sah ich nicht mehr. Laut Livetracker war er sehr, sehr langsam unterwegs bzw. stehen geblieben. Ich hoffte nur, er würde, was auch immer ihn aufhielt, weiterfahren können.

Fazit nach dem Rad: Avon gut unterwegs, obwohl ich ihn 15 Minuten schneller erwartet hätte. Svon hatte wohl mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Zeit von unter 7 Stunden wäre sonst mit Sicherheit drin gewesen.

Wechsel auf die Laufstrecke zu Kilometer 7. Und wieder Avon verpasst, aber es muss recht knapp gewesen sein. Wechsel zum Hotspot Lände Roth. Guter Platz, da hier Kilometer 5 und Kilometer 25 verliefen. Und dann kam Svon. Kilometer 5. Er lief und ich feuerte ihn wieder an. Aber er war in seiner eigenen Welt, wer weiß, ob er mich überhaupt wahrgenommen hat. Aber er lief und war noch im Rennen. Was für ein Kämpferherz!

Avon kam ca. 5 Minuten später, die beiden hatten sich nur kurz verpasst. Das wäre was gewesen. Ein Selfie mit uns dreien bei Kilometer 5/25. Avon kam wie gesagt, allerdings gelaufen. Kilometer 25 und es sah nach absolutem Tiefpunkt aus. Ich stand also genau richtig. Ich wiederhole nicht, was ich ihm alles an den Kopf geballert habe, aber es war nicht wenig und nicht leise. Ich lief eine Weile neben ihm und pushte ihn weiter. Er rannte wieder und das war die Hauptsache. Mit dem Rad dann weiter zum Ziel und gewartet.

Und dann – nach 11 Stunden und 47 Minuten kam er dann in den Zielkanal. Frisch aussehend und mit Handschlag ging es dann ins Stadion. Das kann er aber viel besser selbst erzählen.

Und Svon? Es wurde spät, sehr spät und ich hatte noch 180 Kilometer bis München und ein frühes Aufstehen am Montag vor mir. Deswegen brach ich schweren Herzens auf. Wie Svon die Laufstrecke und den Zieleinlauf erlebte, das soll auch er selber erzählen.

Beide durchgehalten. Keiner ausgestiegen. Klasse Leistung nochmals! Was beide mir später erzählt haben, und ich greife hier mal vor, war ein ganz anderes Aussteigen. Die Uhren sind auf der Laufstrecke ausgeschieden. Beide. Moderne GPS Uhren scheinen wohl für die Langdistanz nicht wirklich geeignet zu sein.

Aber egal, alles unwichtig. Es gibt nur eins was zählt:

Ihr seid jetzt echte IRONMAN.

Bildquelle: (c) dastridream.de

 

3 Comments

  1. Danke an den Trainer (TIW-Dvon) und dein Glauben an uns! Es gab keine Zweifel ob, nur die Zeit war die einzige Variable!
    Auf der falschen Seite vom Zaun zu stehen, ist viel härter und das du das ausgehalten hast (mit nur einen Tränchen) ist auch ne Wahnsinns Leistung! Leider kann ich das aus eigener Erfahrung sagen!

    avon avon
  2. Vielen Dank das Du da warst. Schade das Du wegen Gesundheitlichen Gründen nicht Teilnehmen konntest. Deine vielen Ratschläge haben mir sehr geholfen. Vielen Dank dafür.

    svon svon

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