Ingolstadt – Wettkampf der Sprichwörter

Was soll ich sagen. Wenn ich mir den zurückliegenden Wettkampf in Ingolstadt anschaue, bleibt am Ende vor allem eine Erkenntnis: Ende gut, alles gut. Und dieses Sprichwort ist nicht das einzige, was man an diesem Wochenende sinnvoller Weise nutzen konnte. Das wichtigste: Wir sind alle gesund und munter und stolz darauf es geschafft zu haben, ins Ziel gekommen.

Auf Regen folgt Sonnenschein. So war es den ganzen Wettkampf über. Regen und Sonne wechselten sich ab, Teile der Straße waren trocken und schnell, andere nass und mit Vorsicht zu fahren. Die letzten Minuten auf der Laufstrecke fing es dann wieder an zu Regnen. Und hörte nicht auf.

mp1Die Wechselzone und das ganze Areal verwandelten sich in eine riesige Matschpfütze. Darauf hätte ich glatt verzichten können, denn hier saute man sich nochmal so richtig ein. Ich ging zum Glück in Badelatschen und kurzen Hose. Kein schöner Abschluss im Nachgang zum Wettkampf. Das dämpfte die Freude über den guten Wettkampf dann doch gewaltig.

Doch fangen wir vorne an. Schwimmen im See lief wie geplant. Die ersten 50 Meter neben svon, das war schon spannend, doch verloren wir uns schnell aus den Augen. Da wir in der letzten Gruppe starteten, befand ich mich schon nach ca. 500 Meter in der Mitte der Vorgruppe. Es war schon erstaunlich, wie groß hier die Geschwindigkeitsunterschiede waren.

Das wir in der selben Gruppe starteten, verdanken wir dem Orga-Team, das auf meine Mail reagiert hat. Vielen Dank! Es war echt cool, gemeinsam am Start zu stehen.

Der Wechsel zum Rad inklusive neuen Helm trotz beginnendem Regen dann problemlos.

Eine Kette ist nur so Stark wie ihr schwächstes Glied. Das hatte ich ja schon im Vorfeld gewusst, hatte ich doch bereits am Vortag bemerkt, dass die Kette an einer Stelle nicht richtig fest saß. Und so passierte dann nach ca. 20 Kilometer genau das, was ich befürchtet hatte: die Kette riss am härtesten Anstieg des Rennens.

Aus. Vorbei. Und das nach einer bis dato starken Leistung auf dem Rad, trotz Gegenwind. Ich schob mein Rad den Berg hoch und fluchte wahrscheinlich nicht wenig. Man stelle sich das Bild vor: Rechts schiebe ich das Rad. Links schwinge ich die Kette und in der Mitte fluche ich.

mp2Doch was soll ich sagen: Ich hatte Glück im Unglück. Am Rand standen zwei Zuschauer, die mich fragten, was denn das Problem sei. Kette gerissen. Einer der beiden meinte darauf hin, das sei kein Problem. Er hätte das entsprechende Werkzeug dabei. Und tatsächlich förderte er einen Kettennieter zu Tage, drehte das Rad um und begann die Kette zu reparieren. Ein kleiner Fauxpas kostete noch etwas zusätzliche Zeit bei der Reparatur, aber allein der Ausblick, weiter am Wettkampf teilnehmen zu können, war wunderbar. Insgesammt habe ich vielleicht 7 Minuten Zeit verloren, eine kleine Ewigkeit auf der olympischen Distanz.

Wer war nun der freundliche Zuschauer, der mir am Berg geholfen hat und dem ich letztendlich ein glückliches Finish zu vedanken habe? Interessanter Weise war hier ein echter Profi am Werk, der Radsport Kneißl aus Neuburg an der Donau. Herzlichen Dank an dieser Stelle – you’ve saved my race!

Im Anschluß ging es dann den Berg hoch und mit ordentlich Rückenwind zurück zur Wechselzone.

sf1Svon hatte mich während der Reparatur überholt, ein deja vu und eine dunkle Erinnerung an den Berlin Man 2014. Doch diesmal sah ich svon in einiger Entfernung vor mir fahren. Mir war klar, dass er versuchen würde, an mir dran zu bleiben, so wartete ich auf den richtigen Moment zur Attacke. An einem flachen Anstieg nahm ich den Schwung einer vorangegangenen Abfahrt, Kette rechts und mit ordentlich Speed zog ich an svon vorbei. Ein kurzer Gruß, aber ohne Blick zurück die letzten 15 Kilometer mit einem 37er Schnitt zurück in die Wechselzone. Svon habe ich auf der Strecke dann nicht mehr gesehen.

Rein in die Laufschuhe und die ersten beiden Kilometer hart mit einem 05:15er Schnitt angegangen. Es lief exakt nach Plan und wie angekündigt. Ich war mehr als 5 Minuten schneller als im letzten Jahr mit einer 10 Kilometer Zeit von 53:53 Minuten.

Nach 2:49:58 Stunden war ich im Ziel. Langsamer als im letzten Jahr durch den Defekt, aber Dank der guten Laufleistung bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Aus Schaden wird man klug, so sagt man. Ich habe gleich eine neue Kette gekauft und werde das Rad am Wochenende richten sowie zwei weitere kleine Probleme beseitigen. Denn eins ist klar: im Wettkampf kann schon ein kleiner Fehler das Aus bedeuten und man sollte alle Risiken soweit wie möglich reduzieren.

Alles in allem also ein toller Wettkampf. Einzig der nach dem Rennen einsetztende Regen hat uns um das gemeinsame Genießen unserer Leistung gebracht. Aber das holen wir ein anderes Mal nach.

Nun liegt der Fokus ganz auf dem Chiemsee Triathlon am 26. Juni. Das wird wieder sehr spannend, wartet doch dvon2015 auf mich.

Bildquelle #3: (c) SF / dastridream.de
Bildquelle #1, #2 und Beitragsbild: (c) marathon-photos.com

 

 

 

5 Kommentare

  1. Wirklich eine sehr gute Leistung und starke Verbesserung beim Laufen. Das mit der Kettenreparatur war wirklich richtig Glück. Glück muss man haben, passt hier auch. Schade für euch drei ist die Freude nach dem finishen, was das Wetter euch genommen hat.

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