Mein erster in Storkow – Rennbericht

Eigentlich wollte ich über einen Wettkampf schreiben der wirklich Spaß gemacht hat und die Leistung zweitrangig bewerten.  Das mit der Leistung meinerseits ist für mich sehr schwer einzuschätzen und ich werde, im Artikel, später noch darauf zurückkommen.

Zuerst muss ich den Veranstalter loben, die Internetseite hat frischen Wind bekommen und war in den letzten Tagen, vor dem Wettkampf, professioneller als früher. Die Ausrichtung von der Startnummernausgabe, Check in über die Wechselzone und den  Helfern, alle haben einen guten Job gemacht. Meine Bedenken konnte ich sehr schnell begraben und mich voll auf die Vorbereitung in der Wechselzone konzentrieren.

Neo-Verbot wurde ca. 1,5h vor dem Start verkündet. Okay, ist halt so.  Also war ich soweit fertig und ging zum Strand wo meine Frau auf mich wartete. Das Wasser zu checken hatte ich mir fest vorgenommen, doch der erste Gedanke war, verdammt ist das kalt!  Plötzlich verlor ich die Lust und spielte mit dem Gedanken nicht an den Start zugehen.  Anscheinend war ich nicht der einzige und es gab einige Stimmen, die forderten, die Wassertemperatur nochmals zu prüfen. Ca. 30Min vor dem Start kam die Durchsage und Erlaubnis zum Kälteschutz.

Nun musste ich mich beeilen um dieses Ding noch rechtzeitig an zu bekommen, meine Probleme mit dem Anziehen des Neoprens sind meinen Freunden und Bekannten  bestens bekannt, Horror.  Gerade noch rechtzeitig ging es ins Wasser und ich war so froh, über den Kälteschutz und ich fühlte mich richtig gut. Meine Frau hatte den Start der Sprit-Distanz beobachtet und konnte mir hilfreiche Tipps, zur Startposition, geben.  Letzter Blickkontakt und dann ging es los.

Gut ins Rennen gekommen und diesmal komplett ohne Kontakt, dieser Tipp war schon mal Gold wert,  jetzt hieß es Ideallinie finden und nicht im Zick Zack schwimmen, auch das, wurde mir im Nachhinein bestätigt, gelang mir recht gut. In der zweiten Runde sah ich auf den letzten 300m ein Kanu zu meiner rechten.  Ich überlegte nur kurz und da war mir bewusst, dass ich tatsächlich das Schlusslicht dieser Gruppe bildete.  Deprimiert und verzweifelt, immer wieder mit dem Gedanken, was machen die anderen besser als ich, entschloss ich frustriert das Ding jetzt hohen Hauptes zu beenden.  Als letzter aus dem Wasser ist echt sehr unangenehm und setzte dementsprechend die Badekappe und Brille erst in der Wechselzone ab.

Das einzige was in dieser Position Optimismus schafft, ist die Tatsache, jeden überholten auch tatsächlich im Sack zu haben. Beim Betreten der Wechselzone verließ der vorletzte diese und sein knall grünes Shirt war der Auftakt meiner Verfolgungsjagd.

Der Wechsel klappte, bis auf ein kleines Missgeschick, ganz gut und so ging es auf die 40k Radstrecke. Nach kurzer Zeit kamen mir die Ersten bereits entgegen und, wie soll es anders sein, wurde wieder richtig gelutscht.  Was sind das für unfaire Sportler die in kleinen Gruppen sich gegenseitig, mit Windschatten, über die Radstrecke helfen.  Zwei Kontroll-Motorräder sind dann vielleicht doch zu wenig. Dieses Lutschen konnte man dann doch noch einige Male sehen, doch verhindern kann man das ja auch leider nicht.

Zurück zu meinem Rennen. Erwartungsgemäß verbesserte  ich auf dem Rad das schlimmste Schwimmergebnis und ich konnte einige Mitbewerber überholen.  Nicht so viele wie Gedacht, aber voll okay.  Die, sehr schöne und  anspruchsvolle, Radstrecke verlief durch drei Ortschaften und einer schönen Landschaft, kurzfristig ertappte ich mich diese mit dem Chiemsee Triathlon zu vergleichen. Leichte Anstiege und schöne Wälder bestätigen meinen Vergleich.  Mit einem guten Ergebnis und zufriedener nahm ich mir die Laufstrecke vor.

Aus der Wechselzone, ohne Probleme,  auf um weiter zu  “jagen”.  Die ersten zwei Kilometer hatte ich Schmerzen und ein komisches Kribbeln im linken Bein, kannte ich so noch nicht und war mir völlig neu. Eventuell doch die Bandscheibe, die sich mal melden muss ;-).

Wie gesagt, nach den ersten zwei Kilometern kam ich dann auch in meinen Lauf und konnte noch so einige Athleten überholen. Immer wieder quälten mich Gedanken, wo ich hätte sein können, wenn ich nur schneller schwimmen könnte.

Ich beendete meinen Lauf, glücklich das Ziel erreicht zu haben, aber mit einem bitteren Beigeschmack.  Später kamen mir noch Abkürzungen, im Wasser der Führenden, zu Ohren doch die Wettkampfrichter waren wegen der Anonymität machtlos um Verwarnungen auszusprechen.  Ganz ehrlich, die vielleicht 100m weniger der Spitzengruppe hätte mich auch nicht davor bewahrt als letzter das Wasser zu verlassen und das Lutschen einiger Athleten hätte meine Platzierung auch nicht ändern können, aber so viel Unfairness sieht man zum Glück nicht so oft in diesem Sport.

Bei meiner Auswertung der Daten viel mir die Schwimmdistanz von über 1,7 km sofort ins Auge, so dass ich eigentlich recht zufrieden mit meinen Zeiten sein kann, Schwimmergebnis besser als vor zwei Wochen in Wandlitz und kein abweichen von der Ideallinie. Radstrecke auch Super und 48 Minuten für die 10k ist für mich auch wirklich okay.  Mit 2:38h habe ich sogar mein selbst gestecktes Ziel von Sub 2:45h unterboten.

 

 

Fazit für mich, das Starterfeld war sehr stark und für mich gibt es noch ne Menge zu tun.

Bildquelle: © dastridream.de

3 Kommentare

  1. Spannender Bericht!
    Das mit dem Drafting ist echt ein Problem, hier sollte härter durchgegriffen werden. Das sind Idioten – und nochmal – Idioten, die unseren Sport kaputt machen. Gibt ja schon genügend Rennen mit Windschattenfreigabe *grusel*. Wenn das so weiter geht gibt es olympisch bald nur noch Rennen mit Windschattenfreigabe *grusel grusel*.
    Das mit dem Schwimmen – wen juckt’s? Ich habe Dir gesagt, Schritt 1 ist, die Rennen komplett zu kraulen, ohne völlig erschöpft aus dem Wasser zu kommen. Und die Saison zeigt, da bist Du jetzt. Also alles nach Plan. Im nächsten Winter arbeiten wir dann am Speed.
    Das Höhenprofil ist wirklich interessant. Mehr Höhenmeter als in Ingolstadt und beim Rothsee-Triathlon (in Summe), d.h. auf der Laufstrecke war es denn wohl auch recht hügelig? Hier sind IN und RST deutlich flacher.

  2. Respekt von mir . Windschattenfahren sollte härter bestraft werden. Sowas ist unfair gegen andere.
    Mit deiner Schwimmleistung bin ich sehr zufrieden. Du hast sehr an dir gearbeitet und hast mich schon überholt. Jetzt bin ich in allen Drei Disziplinen das Schlußlicht. Das war früher nicht so. Aber Zeit ist ein Riesiges Geschenk.
    Ich bin sehr stolz auf Dich. Und es würde mich nicht wundern wenn du eines Tages auf den Treppchen steht.

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