… und nun doch!

Ich hatte mich bewusst nicht für den Heiligenhafen Mitternachtslauf angemeldet. Ich habe gerade erst meinen Rücken so halbwegs wieder im Griff und wollte dementsprechend nichts riskieren. Die Onlineanmeldung war bereits am Mittwoch geschlossen worden und so ließ ich den Freitagabend ganz langsam und geschmeidig auf mich zu kommen.

20160729_200058Ich nutzte die erste Ferienwoche um wieder regelmäßig zu trainieren und es lief auch bis Mittwoch recht gut, am Donnerstag musste ich wegen starker Bauchkrämpfe mein Training abbrechen, so dass ich mich, unzufrieden, am Freitagabend, in Begleitung meiner Familie, auf den Weg nach Heiligenhafen machte. Das schlechte Wetter war gleich der zweite Punkt auf meiner Contraliste, gleich nach meinem  Trainingsstand.

Hatten wir bis Freitagvormittag durchweg gutes Wetter zeigte es sich ab der Mittagszeit von seiner schlechtesten Seite. Das blieb auch bis in den späten Abendstunden ähnlich. Lt. Wetterradar sollte es sich aber ab 22:30 Uhr wesentlich bessern und auch trocken bleiben. Das Risiko, wegen der rutschignassen Kopfsteinpflastersteine,  einen Sturz zu riskieren, war ein weiterer Grund auf meiner  Contraliste.

Meine letztjährige persönliche Bestzeit  war auch ein Punkt der mir Sorgen machte, es war mir völlig klar, das ich im Moment nicht an die Vorjahreszeit heran kommen konnte, aber kann ich auch damit umgehen?IMG_0052

Eine Zeit so um die 48 Minuten hatte ich mir ausgerechnet.  Jetzt musste ich mich eigentlich nur noch anmelden, denn:

  1. Ich fühlte mich gut.
  2. der Regen hatte aufgehöhrt und es sollte trocken bleiben,
  3. Kopfsteinpflaster war nur auf den ersten zwei Kilometern der Strecke und
  4. ich war mir bewusst keine Bestzeit zu laufen und akzeptierte das und konnte damit umgehen!

Also eine halbe Stunde vor dem Nachmeldungsschluss holte ich mir die Startnummer und den Transponder, damit war es besiegelt. Der Heiligenhafen Mitternachtslauf sollte mit Avon stattfinden.

Ich beschloss ohne Musik und ohne Zeitkontrolle an den Start zu gehen, klar hatte ich eine Uhr dabei aber ich wollte Sie im Rennen nicht benutzen.

Ich hatte fast vergessen, was es für eine tolle Atmosphäre und ein super  Publikum in Heiligenhafen gibt. Schon allein im Stadion war es eine tolle Stimmung, Organisation und Ablauf war durchdacht und optimal Durchorganisiert. Absperrungen und Gefahrenstellen wurden gut ausgeleuchtet und die Stimmung durch die Zuschauer ähnlich wie bei den ganz großen Wettkämpfen, einfach nur Klasse.IMG_0063

Ich fand diesmal sehr schnell meinen eigenen Rhythmus und lief mein Stiel komplett runter, kein Blick auf die Uhr und ich ertappte mich auch nicht, mich von den Geschwindigkeiten andere Läufer anstecken zu lassen. Kurz um lief es wunderbar und bei Kilometer 5 jubelte mir meine Familie zu!  Diese zusätzliche Energie brachte mich in diesem Jahr sehr gut über den langen, einsamen Deichweg, am Strand der Ostsee. Im letzen Jahr hatte ich auf diesem Stück ein kleines Tief zu verzeichnen was aber zum Glück in diesem Jahr ausblieb.

Die Kilometerschilder flogen an mit vorbei und da stand dann schon das 9 Km Schild.  Da war er, der letzte Anstieg und das Tief, oder wie es Dvon immer so passend bezeichnet: „Der Mann mit der Keule!“ Der letzte Kilometer war, glaube ich, doppelt so lang 😉 !IMG_0053

Im Stadion eingelaufen zog mich meine Tochter als Pacemaker die letzten 200 Meter über die Aschebahn und weckte die letzten Reserven aus meinen Muskeln. Mit einer Zielzeit von 45:59 Minuten war ich überglücklich und zu frieden. Vielen Dank an meine Familie für die tolle Unterstützung. Im übrigem melde ich mich damit wieder zurück!

Bildquelle: (c) dastridream.de

2 Kommentare

  1. Respekt.
    Aber wir klar, dass Du a) starten wirst und b) eine Top Zeit abliefern wirst.
    Überrascht haben mich die Fotos – da scheinen einige Kilos runter zu sein …

    Nochmals: Respekt!

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