Schnelle Schildkröten und lahme Pferde

Jan Frodeno hat es gemacht. Sebastian Kienle auch. Und Chrissie Wellington hat in ihrem Buch darüber ausführlich berichtet. Andy Dreitz (oder war es der Böcherer Andy?) hat mal in einem Interview gesagt, er ist nicht gut darin und das kostet ihn Spitzenplätze. Die Rede ist von der wichtigsten Disziplin für Sportler: Der Erholung. Nur wer sich ausreichend erholt, wird auch besser, nennt man Superkompensation.

Chrissie hatte das mal in einem Buch beschrieben, dass sie als Gruppe im Trainingslager Radfahren waren und die schlimmste Zeit das Nichtstun auf der Couch und das endlose DVD-Serien-Schauen war. Und der Andy, im besagten Interview, meinte, er musste lernen, dass bereits Rasenmähen am Erholungstag wohl einfach ein Fehler zu viel war, um vorn mitzuhalten.

Klar, die Umfänge der Profis sind deutlich höher als die von uns Altersklassen-Freizeitsportlern. Hinzu kommt, dass unsere 26×26 Challenge eigentlich eine tägliche 5 Kilometer Laufeinheit fordert. Laufen durch Radfahren oder Schwimmen zu ersetzen, löst das Problem der notwendigen Pausen nicht. Denn die Erholung ist immer auf den ganzen Körper angelegt, nicht auf einzelne Körperteile wie die Beine. Die Lösung ist demnach dann wirklich das Nichtstun. Oder eine 5 Kilometer Laufeinheit im absoluten Schildkrötentempo.

Ich habe das Ganze mal mit einer KI diskutiert. Und dann mit einer zweiten. Keine Gnade. Echte Erholung oder Zeiten auf Schildkrötenniveau. Also habe ich mich in meiner Saisonplanung auf den Schildkrötenkompromiss festgelegt. Und diese Woche war es soweit. Zwei Tage kein Training. Die anderen Tage 5 Kilometer im wirklich langsamen Tempo. 10 min/km, 09:16 min/km, 09:06 min/km, 08:19 min/km (fast schon zu schnell) und Sonntag 09:03 min/km.

Mit diesem Kompromiss komme ich auch in Woche 4 des Trainingszyklus auf meine Laufkilometer und komme trotzdem in den Erholungsbereich. Hoffe ich mal und ich werde genau aufpassen. Daten sind zwar nett, aber ich werde genau in mich hineinhören, ob es mir gut geht und ich genügend Erholung bekomme. Denn ein lahmes Pferd kann ich mir 2026 nicht leisten. Denn nur dann kann ich in den anderen 3 Wochen etwas mehr und intensiver trainieren.

Ich bin gespannt. Ich habe keine Ahnung, wie es dieses Jahr läuft, aber ich will mein Training dieses Jahr etwas systematischer angehen. Und dann ist da noch 26×26. Das wird eine Herausforderung. Aber Ende dieses Jahres sollen viele weitere Bilder wie obiges dazu kommen. Das ist das Ziel.

Bildquelle: (c) sportograf.com

One thought on “Schnelle Schildkröten und lahme Pferde

  1. Guter Plan mit der Pause, nur dank deiner Challenge nicht realisierbar. Ich kann zeitlich nicht täglich 5,5 km laufen und demnach muss ich spätestens nach 1 Tag Pause schon 11k laufen, nach 1 Tag ohne bin ich aber nicht erholt, aber länger kann man sich nicht leisten um es zu schaffen. Langsam laufen, wie geht das? Ich habe keinen Plan, wie ich das machen könnte, allerdings werde ich in den nächsten Wochen mit J. laufen gehen, dass wird bestimmt langsamer aber auf die Kilometer komme ich auch nicht. Es bleibt interessant, wie nahe wir unserem Ziel kommen.

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