Die 6 steht in Forstenried

Die 1:55 stand wie vorhergesagt nicht zur Debatte, das war klar. Das Ziel bei diesem ersten Halbmarathon seit 2 Jahren war, unter 7 min/km zu bleiben. Die 10 km hatte ich in Britz unter 6 min/km geschafft, für den Halbmarathon war das keine realistische Annahme. Dennoch hatte ich 2024 genauso begonnen, voller Energie mit Zeiten unter 6 Minuten und war dann bei Kilometer 14 eingebrochen.
Im Vorfeld habe ich viel mit KI die Wettkämpfe analysiert und Trainingsdaten ausgetauscht. Nach mehreren sinnfreien Vorschlägen von Gemini habe ich mich dann mit Claude auf den Wettkampf vorbereitet. Die Ansage von Claude war klar: Lauf bis km 8 im Bereich von 7 Minuten und nicht schneller, auch wenn du dank des Adrenalins am Start der Meinung bist, da geht mehr. Das war ungewohnt für mich, weil ich immer jemand war, der losgelaufen ist und dann versucht hat, das Tempo zu halten. Einen negativen Split zu laufen ist nichts für mich und kann ich auch nicht. Doch die KI war hier unerbittlich: entweder bremsen oder Einbruch. Und so habe ich mich am Start schön brav hinten eingereiht und mich im Bereich um die 7 Minuten getummelt. Das Wetter war mit um die 10 Grad ideales Läuferwetter und die Wahl meines Hotels, einen Kilometer vom Start entfernt, brachte Ruhe in den Vormittag, da der Start erst für 13:45 Uhr angesetzt war.
Die ersten 8 Kilometer liefen ruhig und gleichmäßig, abgesehen von regelmäßigen Pipi-Abstechern, insgesamt 5 Mal. Muss mich wohl irgendwie unterkühlt haben. Die Strecke geht nach den ersten 3 Kilometern durch den Forstenrieder Forst, ein Mix aus Straßenbelag und Schotter. Tatsächlich hat sich der Straßenbelag deutlich schneller angefühlt, lag aber zum Teil auch daran, dass die Schotterwege von den Forstwirtschaftsfahrzeugen angeschrägt waren und man leicht geneigt lief. Zwischen Kilometer 7 und 8 das erste Gel, genau wie besprochen. Es lief sich gut, fast wie im Training. Im mittleren Block konnte ich die Konstanz fortsetzen. Die Oberschenkel fingen nach hinten raus etwas an zu brennen, aber nicht wirklich schmerzhaft. Die Verpflegungspunkte, insgesamt 4, setzte ich überwiegend auf Wasser. Ansonsten lief ich mein Rennen weitgehend für mich, es gab niemanden, mit dem ich im gleichen Tempo unterwegs war. Wenn man mal von der Vierergruppe am Anfang absah, die das deutlich schneller hätten laufen können, aber aus mir unbekannten Gründen nicht machten. Die quatschten dermaßen laut und unangenehm, war froh, sie nach der ersten Pinkelpause los zu sein. Ich weiß auch nicht, was mit mir los war, aber diese Heinis hatten einen Trigger bei mir ausgelöst. Egal, nach zwei Dritteln der Strecke dann das zweite Gel, so sah es der Plan vor, vielleicht wäre ein Ticken früher besser gewesen. Kilometer 14, 15, 16 kamen und gingen und ich fühlte mich weiterhin gut. Wie mit meinem KI-Coach besprochen, zog ich das Tempo etwas an, moderat natürlich. Ich holte einige Läufer ein, denen auf den letzten 5 Kilometern die Reserven ausgingen. Nicht, dass ich selbst wie eine Feder geschwebt wäre, aber ich lief das Tempo durch und blieb tatsächlich unter der 7-Minuten-Marke.
Ein guter Lauf, vom Tempo entsprechend dem, was momentan möglich ist, mit der wichtigen Erkenntnis, dass ich bei richtiger Renneinteilung gut ins Ziel komme, ohne einzubrechen. Bin schon auf Berlin gespannt, wo ich das wiederholen möchte, natürlich abhängig von der Strecke. Avon brachte mögliche Steigungen ins Spiel.
Dank gilt den Veranstaltern, die mir die Umbuchung von den 10 auf den Halbmarathon ermöglicht hatten und für die wirklich tolle Organisation. 5 Euro sind für unsere Spendenaktion überwiesen.
Bildquelle: (c) sportshot-de

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