Arendsee 2026 ist gelaufen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich brauche ein paar Zeilen um das zu verarbeiten, denn es war nicht das Rennen das ich mir erhofft hatte.
Schwimmstart war ein Desaster. Wind, Regen, hohe Wellen. Die ersten 400 Meter parallel zum Ufer zur ersten Boje waren noch okay, aber danach hatte ich komplett die Orientierung verloren. Keine Sicht, Wellen von vorne, und ich bin am Ende wahrscheinlich 250 bis 300 Meter mehr geschwommen als nötig. Aus geplanten 42 Minuten wurden 57. Frust pur schon vor dem ersten Wechsel.
Dann Regen ohne Ende auf dem Rad. Die erste Runde lief noch nach Plan, ordentliches Tempo, Watt im Zielbereich. Aber ab der zweiten Runde war einfach keine Energie mehr da. Auf einmal waren da Berge wo vorher keine waren. Kein Einbruch der Herzfrequenz, die blieb die ganze Zeit im normalen Bereich, aber die Beine wollten einfach nicht mehr liefern was ich von ihnen wollte.
Auf dem Lauf dann der Tiefpunkt. Schon nach der ersten Runde hatte ich im Kopf beschlossen aufzugeben. Bin aber trotzdem weitergelaufen, zäh, mit Paces zwischen 9 und 12 Minuten pro Kilometer. Beide Runden zu Ende gebracht, auch wenn das Ergebnis am Ende mit 7:45 Stunden weit von meinem Ziel entfernt war.
Das Interessante kommt jetzt: Heute, einen Tag danach, fühle ich mich komplett ausgeruht und voller Energie. Kein Muskelkater, keine Erschöpfung. Das hat mich stutzig gemacht und wir haben die Daten genau analysiert.
Die Erkenntnis: Das war kein Krafteinbruch und keine Trainingsfrage. Das war Energiemangel im Wortsinn. Ich hatte auf Rad und Schwimmen zusammen gerade mal 45 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde zugeführt, empfohlen werden 60 bis 90 Gramm. Nach über vier Stunden Belastung waren die Glykogenspeicher leer, und mein Körper konnte nicht sauber auf Fettverbrennung umschalten um die Lücke zu füllen.
Warum nicht? Weil ich früher immer nüchtern trainiert habe und das inzwischen nur noch gemischt mache. Dazu kommt ein Muster das mir erst jetzt richtig bewusst wurde: Immer wenn ich müde oder erschöpft bin, greife ich zu Cola und Schokolade. Jedes Mal ein Signal an den Körper, dass er nicht auf Fett umschalten muss, weil gleich Zucker kommt. Über Jahre eingeübt, und genau das erklärt warum dieses Einbruch-Muster bei mir schon 2020, 2024 und jetzt wieder 2026 auftaucht, aber nie bei einem Halbmarathon oder einer Kurzdistanz, wo die Belastungsdauer gar nicht erst in diesen kritischen Bereich kommt.
Die Konsequenz ab jetzt: Konsequentes Nüchterntraining bei den lockeren Einheiten, um die Fettstoffwechsel-Flexibilität zurückzugewinnen. Und beim nächsten Rennen eine Verpflegungsstrategie die wirklich auf 70 bis 80 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde kommt, nicht nur gefühlt ausreichend ist.
Berlin Man im September wird der nächste Test. Und das große Ziel steht auch schon fest: Arendsee 2027 unter 6 Stunden. Mit dem was wir jetzt wissen, ist das kein verrückter Traum, sondern ein Trainingsplan mit klarer Hausaufgabe.
Für unsere Spenden4Kids Aktion sind übrigens auch dieses Mal wieder ein paar Euro dazugekommen, trotz des holprigen Tages. 😉
hey, sei stolz auf den Finish. abhaken und weiter. Es gibt immer Einbrüche und zum Schluss lernt man daraus, selbst nach 40 Jahren Tri-Erfahrung. Der Körper verändert sich und eine Mitteldistanz ist halt auch wirklich krass! Herzlichen Glückwunsch und Kopf hoch, nun kennst du das Problem und damit hast du die Lösung, jetzt hängt es an der Umsetzung!