Britz. Gut gelaufen.

12 Stunden für 10 Kilometer sind schon ein Aufwand, der sich selten lohnt. So stand ich letzten Sonntag schon vor 4 Uhr auf, um nach Berlin zum Britzer Gartenlauf zu fahren. Svon hatte im Vorfeld schon seine Teilnahme abgesagt, sodass der eigentliche Grund, für 10 Kilometer extra nach Berlin zu fahren, hinfällig war. Die kleine Hoffnung, ihn als moralische Unterstützung zu treffen, hatte sich gleichfalls am Vortag zerschlagen.

Auf der anderen Seite muss ich sagen: Es war mir egal. Die bisherige Saison hat trotz Krankheiten und Unfällen dank „26×26“ für eine hohe Motivation und ein konstantes Training gesorgt. Das Wetter versprach ideal zu werden, und da ich die Fahrt nach Berlin kostenneutral machen konnte, saß ich pünktlich um 4:30 Uhr im Zug. 20 Minuten Aufenthalt in Hannover, der Zug war tatsächlich zu früh da, ermöglichten mir, noch ein Frühstück zu kaufen.

In Alt-Mariendorf sammelte mich Avon ein und ab ging es nach Britz. Ich habe ihn wohl mehrmals angestarrt, denn auf seiner Stirn stand fett mit Edding „SUB47“ geschrieben. Das war eine Ansage!

Für mich war eine Zielzeit unter 01:05 Pflicht, und ich wollte die 01:02:48 von 2024 schlagen, meinem letzten echten 10-Kilometer-Wettkampf in einem Jahr mit gutem Training.

Wie angekündigt war das Wetter perfekt: sonnig und kalt, um die 10 Grad. Aufwärmen, WC-Gang und ab zum Start. Mit 355 Teilnehmern war das Feld schon recht groß für den engen Startkanal, und Nettozeiten gab es auch nicht. Das ist vielleicht der einzige Wermutstropfen. Der Startschuss erfolgte und erstaunlicherweise kamen alle gut weg. Das Gedränge hielt sich in Grenzen und bis auf Avon schienen sich alle gemäß ihres Tempos eingereiht zu haben, denn das befürchtete Startchaos blieb aus. Nach dem ersten Kilometer, den ich unter 6 Minuten lief (was mich nicht verwunderte), hatte sich das Feld weit genug auseinandergezogen, und es gab wirklich keine Probleme mit dem „Verkehr“ auf der Strecke. Die Strecke war leicht hügelig und, wie Avon schon geschrieben hat: Die Hügel endeten immer genau dann, wenn man dachte: „So, jetzt reicht es aber mal mit dem Anstieg.“

Kilometer 2, 3, 4 und 5: alle unter 6 Minuten. Damit hatte ich in der Tat nicht gerechnet. Den letzten Parkrun im Januar hatte ich mit 33 Minuten absolviert. So war es überraschend, deutlich unter 30 Minuten für die erste Hälfte zu bleiben. Die zweite Runde begann dann leicht über 6 Minuten. Das kenne ich von mir und war auch zu erwarten. Ich traf Avon an einer Streckenkreuzung und wir unterhielten uns kurz über den bisherigen Verlauf des Wettkampfes. Es war wirklich ein großes Glück, denn es gab tatsächlich nur die eine Stelle kurz nach dem Start, wo man sich entgegenkam.

Bei Kilometer 7 fing das Rechnen an: Sollte es tatsächlich hier klappen, mal wieder unter einer Stunde zu bleiben? Ich hatte auf den ersten Kilometern einige Sekunden unter 6 Minuten gutgemacht, sodass es knapp reichen könnte. Bei Kilometer 8 kamen kurz, warum auch immer, ein paar Zweifel auf. Aber diese verflogen sofort, und bei Kilometer 9 war klar: Das schaffe ich. Mit einem innerlichen Grinsen lief ich den letzten Kilometer und stoppte bei 59:07 Minuten. Nettozeit. Okay, für ambitionierte Läufer keine Glanzzeit, und 10 Minuten schneller bin ich auch schon gelaufen. Aber das Jetzt zählt, und mit Blick auf die letzten zwei Jahre macht es mir Mut für die kommenden Wettkämpfe.

Hier allerdings der erste Wermutstropfen: Ich hatte in München den Halbmarathon in Forstenried geplant. Eine schöne Strecke und wichtig, um so früh im Jahr mal ein paar langr Kilometer zu machen. Direkt nach dem Britzer Lauf wollte ich nun buchen und war völlig überrascht, dass der Halbmarathon ausgebucht war. In den vergangenen Jahren konnte man immer auch am Starttag noch Plätze bekommen, daher ist meine Überraschung zu verstehen. Egal, ich habe die 10 km gebucht, und mit ein bisschen Glück laufe ich den Halbmarathon dann vielleicht doch noch. 

Ach ja, und ein Ding hatte Avon in seinem Bericht noch verschwiegen: Um zumindest ein bisschen an meine Zeit heranzukommen, lief er noch eine Extrarunde im Park. Er hatte sein Smartphone beim Umziehen liegen gelassen …

5 Euro für die Kinder sind überwiesen.

Bildquelle: (c) dastridream.de

2 thoughts on “Britz. Gut gelaufen.

  1. Schöner Bericht und vor allem mit wirklich viel Spaß beim Lauf, schön dass du diese Marathon Anfahrt für uns auf dich genommen hast, vielen Dank!

Antworte auf den Kommentar von avon Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner