Liebe und Hass zum Freiwasser

Ich liebe es im freien Wasser zu schwimmen. Wenn der Sommer kommt und die Temperaturen steigen, die Seen sich erwärmen und man sich mit oder vielleicht sogar ohne Neopren in das glasklare Wasser stürzen kann – einfach herrlich! Vorbei die kalten Zeiten des Schmuddelwetters, mit dunklen Abenden, an denen man Kacheln zählend sich im Schwimmbad fit für die erste Disziplin machte.

Bei uns gibt es einige schöne Seen in der näheren oder ferneren Umgebung, die zum Schwimmen einladen. Der See in Karlsfeld bei mir um die Ecke, der Steinsee in der Nähe meines Büros oder der Walchensee Richtung Garmisch, um nur einige zu nennen.

Und immer wieder liebe ich es im Sommer, im Freiwasser zu trainieren. Schön, wenn dann auch andere Badegäste sich im Wasser tummeln. Doch meist ist man dann nach einigen schnellen Kraulzügen plötzlich ganz allein. In der Mitte des Sees. Weit und breit kein anderer Schwimmer in der Nähe. Der Kopf liegt tief im Wasser. Blick nach unten, wie in der Halle. Doch keine Kacheln im gechlorten Wasser erfreuen den Blick, sondern …

Ja was sieht man da? War das eine Pflanze? Oder vielleicht ein Fisch? Ein Hecht gar, der Triathleten in den Zeh beißen will? Oder vielleicht eines dieser von verrückten Mitbürgern freigelassenen Krokodilen oder eine Kampfschildkröte? Ist nicht heuer ein alter Mann im See ertrunken und war er es, der mir gerade durch meine verspiegelte Brille zugewunken hat? Oder halt! Doch nur eine Pflanze? Eine Schlingpflanze, die nach meinen Beinen greifen und mich in die Tiefe ziehen will?

Zugegeben, an manchen Tagen geht meine Phantasie mit mir durch. Und in der Mitte des Sees mag ich das Freiwasserschwimmen dann plötzlich gar nicht mehr. Blöd, wenn man dann ganz alleine schwimmen muss. Alles könnte so schön sein, wenn …. ja wenn diese gefährlichen Gefahren nicht wären!

Wie geht es Euch, mit dem Freiwasserschwimmen? Ähnliche Gedanken? Oder sowieso immer mit dem Kopf über Wasser oder mit einer beschlagenen Brille unterwegs? Freue mich auf Eure Gedanken.

Doch andererseits: Wenn ich dann mit hunderten anderen Triathleten am Start stehe, das Rennfieber mich packt und ich mich in die Fluten stürze, dann – um ganz ehrlich zu sein – kann es auch das sumpfigste Dreckloch sein. Schließlich sind da noch hundert andere Schwimmer, die sich das Monsterkrokodil schnappen kann 🙂

Viel Spaß im Wasser!

Bildquelle: (c) dastridream.de

4 Kommentare

  1. Im See habe ich die gleichen Gedanken wie Du. Im Fluss wo ich meistens Trainiere gehen meine Gedanken eher auf dem Wasser zu. Das mich kein Boot übersieht. Das jeder ordendlich fährt. Und auf dem Meer oder Ostsee gehe ich nicht gerne trainieren. Panische Angst vor Quallen.

    svon svon

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