Münchentriathlon – Nichts für Kinder

Schwimmen im Olympiapark. Radfahren im Olympiapark. Laufen im Olympiastadion.

Klingt erstmal ganz gut für einen frühen Start in die Saison. Im Wesentlichen passt das auch so. Doch kommen wir zunächst zu den Dingen, die mich nicht so positiv gestimmt haben. Bevor ich ins Wasser gestiegen bin, waren zunächst die Kinder dran. Im Prinzip war alles gut organisiert. Aber ob etwas wirklich Hand und Fuss hat, sieht man erst in besonderen Situationen.

Beim Check-In haben die Betreuer die Abläufe nicht wirklich verinnerlicht, sie mussten bei Rückfragen ins Programmheft schauen. Gut, das kann ich auch, hat aber nichts mit der besonderen Vor-Ort Situation zu tun und die Deteials bleiben im Dunkeln.

Nach der Anmeldung, unser Großer musste dreimal (!) zur Abrollkontrolle, gingen die Kids zum Check-In in die Wechselzone. Ohne Eltern, versteht sich. Da die Wechselzone recht groß war, konnte man nicht wirklich gut sehen. Von weitem sah man viele Kinder ihre Plätze suchen, während am Eingang drei (!) Betreuer einfach nur schwatzten. War wahrscheinlich nicht ihr Job, auf die Kinder zu achten.

Da nur die Betreuer IN der Wechselzone einen Plan hatten (so schien es), haben wir draußen natürlich nicht alles mitbekommen. Wo und wie genau treffen sich die Kinder? Gehen sie zusammen zum Start? Können sie die Wechselbeutel noch den Eltern geben? Kann man die Kinder vor dem Start noch sprechen? Ist sicher gestellt, dass alle Kinder auch verstanden haben, was die Betreuer reden?

Es ist ja nun mal so, wenn 20-30 Kinder pro Betreuer total aufgeregt sind, kann es schon mal sein, dass jemand was nicht mitbekommt. Da kann man Dinge dreimal sagen, manches kommt halt nicht an. So ging es unserer Tochter.

Die Kinder sollten von rechts nach links im Becken schwimmen und dann aus dem Wasser kommen. Unsere Tochter, an Schwimmwettkämpfe gewöhnt, ist aber auf Ihrer Bahn geblieben und nicht schräg geschwommen. Alle Kinder waren links bei der Wende, unsere Tochter genau am anderen – rechten – Ende des Beckens.

Und hinten standen drei Wettkampfhelfer. Nicht ein einziger (!) hat unserer Tochter den Weg gewiesen. Ein kleiner Hinweis am Ende der Bahn und sie hätte korrigieren können. Es hat niemanden interessiert – ich war wirklich sauer.

Unsere Tochter kommt also auf ihrer Bahn zurückgeschwommen. Und was macht der Veranstalter? Er lässt die zweite Welle der Jungs starten. Zirka 20 Jungs mit Vollgas schwimmen auf meine Tochter zu! Ich bin schier ausgeflippt.

Was soll der Sch…. ???

Es hat wirklich NIEMANDEN vom Veranstalter interessiert. Ich habe dann eine Helferin darauf hingewiesen, dass jetzt halt mal jemand eingreifen muss. Der lapidare Spruch hat mich ja nochmal ein wenig mehr ausflippen lassen. Sagte die Dame doch glatt zu mir: “Das wurde den Kindern alles erklärt”. Frechheit sage ich da nur.

Die Jungs also rasen auf meine Tochter zu, die an den Rand schwimmt und natürlich heult. Ich habe sie dann bis zum Ende der Bahn angefeuert und ihr aus dem Wasser geholfen – die Absperrungen waren wir völlig egal. Ihr könnte Euch meine Laune vorstellen. So etwas unprofessionelles habe ich noch NIE erlebt.

Menschen machen Fehler, Kinder auch, aber dann völlig desinteressiert in die Welt zu schauen …. das ist eine Frechheit.

Nachdem meine Tochter aus dem Wasser war, kam endlich ein freundlicher Helfer (Danke!) und ist mir in die Wechselzone. Zum Glück hat also alles noch seinen guten Ausgang gefunden – Ergebnis und Zeit sind heuer nicht so wichtig. Im Ziel war alles wieder gut. Es gab Verpflegung und Shirts und Applaus der Besucher und Helfer. Und meine Tochter hat gestrahlt.

Aber den Stress beim Check-in und im Wasser hätte man sich sparen können, wenn man ein wenig mehr auf die Kleinen aufgepasst hätte. Da bin ich von Roth einfach besseres für die Kinder gewohnt. Eine kleine Ablaufliste mit den Details (!) würde hier deutlich weiterhelfen. Auch den eigenen Helfern, die in vielen Fällen nur von ihrer eigenen Station eine Ahnung haben.

So, das war Teil 1. Das musste ich mal loswerden. Mein Wettkampfbericht folgt die Tage.

Bildquelle: (c) dastridream.de

2 Kommentare

  1. Kleine Hilfestellungen sollten doch wohl drin sein! Nehmt die Kritik an und verbessert es für die nächste Veranstaltung. Ein wenig mehr Interesse der Helfer für den Sport anstatt sich um andere Sachen zu kümmern wäre angebracht! Es sind Kinder!
    Ich kann dvon voll und ganz verstehen… ich glaube da hätte ich mich auch nicht halten können!

    avon avon
  2. Das klingt ja wirklich sehr grausam. Hauptsache ist jedoch, dass deine Tochter danach glücklich war und ins Ziel gekommen ist! Die Veranstalter sollten sich wohl ziemlich genau überlegen ob sie einem Kindertriathlon gewachsen sind oder nicht.

    susan

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