Mehr in die Breite gehen

Zugegeben, ein wenig Egoismus ist schon dabei. Denn je mehr Leute in der „unteren“ Leistungsklasse bei einem Wettkampf starten, desto mehr Sportler sind hinter mir. Ernsthaft, ich wünsche mir bei den Wettkämpfen wieder mehr echte Freizeitsportler, Leute, die einfach mal so ein „Ding“ machen, sich bewegen und Spaß haben wollen.

Doch heutzutage bekomme ich, gerade hier in Bayern,  oft den Eindruck, Triathlon ist nur für Leute mit dickem Geldbeutel und Freizeit ohne Ende.

In den Wechselzonen stehen, so mein Eindruck, fast nur noch HiTech-Rennräder aus Carbon, preislich in der Champions League angesiedelt. Die gesamte Ausrüstung vom Feinsten, die Leute sehen aus, als ob sie 40 Stunden die Woche Zeit für das Training haben und einige verhalten sich auch so, als ob es nichts anderes auf der Welt gibt. Wenn selbst Teenager mit Carbon-Teilen für 5000+ Euro in die Wechselzone kommen, fragt man sich schon, ob das noch angemessen ist.

Ich kritisiere das nicht, jeder soll sein Ding machen. Nur bin ich einfach davon überzeugt, dass viele „Normalos“ davon abgehalten werden, einen Wettkampf zu absolvieren. Die Zahl der Sportler, die ich dieses Jahr auf einem Mountain-Bike im Wettkampf gesehen habe, kann ich an einer Hand abzählen.

„Back to the roots“ ist für mich auch kein Ansatz (und ich gebe ja zu, selber jedes Jahr über eine Neuanschaffung für die zweite Disziplin nachzudenken). Wir Triathleten müssen es einfach schaffen, unseren Sport wieder mehr in die Breite zu tragen. Denn nur mit einer breiten Basis kann eine Sportart dauerhaft bestehen.

Wie können wir das schaffen?

Keine Ahnung. Noch. Aber wir sollten uns ein Ziel setzen, um den Sport in die Breite zu tragen. Unseren Plan, 2017 bei einer Langdistanz zu starten, sollten wir zum Anlass nehmen, hier aktiv zu werden. Was haltet Ihr von einer Aktion wie 17@17 ? Bis 2017 muss es uns gelingen, 17 Leute zu einem Wettkampf zu bewegen.

Eine Sprintdistanz ist ja für das erste Mal völlig ausreichend. Und wenn jeder unserer „Schützlinge“ dann das Feuer der Leidenschaft (mal blumig formuliert) weiterträgt, sind es auch gar nicht soooo viele Leute, die wir begeistern müssen.

Und das Wichtigste: Wir fangen ja nicht bei Null an. Eine haben wir ja schon an Bord. Bleiben 16.

 

Bildquelle: (c) dastridream.de

6 Kommentare

  1. Ich bemühe mich sehr, jemanden zu animieren. Doch es ist gar nicht so einfach. Man bewegt sich ja in den Kreisen wo sich schon viele für eine Richtung entschieden haben. Nur selten wechselt oder erweitert jemand seine Sportart. Der Sprung vom Rad auf den Triathlonsport ist, so denkt man, ist gar nicht so groß, doch vielen fällt das Schwimmen sehr schwer!
    Bestes Beispiel: gestern beim radeln, ich habe mich diesbezüglich unterhalten und Sie macht tatsächlich einen Triathlon! Kallinchen olympische Distanz und Anfängerin. Problem daran das der Entschluss schon vor unserem Gespräch stand und demnach leider nicht für unsere Zählung gewertet werden kann. Egal, auf jeden Fall freue ich mich über einen Neuling bei unserer Sportart!

    avon avon
  2. Guten Morgen,
    irgendwie habe ich es heute Früh auf Eure Seite geschafft 🙂 (??!!) und jetzt lese ich mich hier gerade fest.

    Ich sag mal so: Ich bin dabei.

    2017 soll der erste Triathlon sein, ein Badeanzug ist gekauft und das Seepferdchen habe ich auch. Laufen kann ich, wenn auch langsam. Alles andere muss noch.
    Die Distanz sollte olympisch sein.

    Passt das bei euch rein?

    Liebe Grüße
    Melanie

    melanie sommer
  3. Hallo Team :-),
    dann will ich mich euch kurz vorstellen. Ich bin 39 und der Plan für 2017 ist olympisch. Ich freu mich.

    Nach dem ersten Marathon im September stecke ich hier aber leider total im Motivations-Tief fest und habe zwischen Nackenproblemen noch die ein oder andere Erkältung. Ich kann mittlerweile jammern wie eine Große und weiß wie schlimm so ein Männerschnupfen wirklich ist. Schlimm schlimm.

    Davor habe ich aber noch einen kurzen Kraulkurs absolviert und habe festgestellt dass ich leider gar nicht sooo falsch schwimme, es fehlt aber komplett an Kraft und Durchhaltevermögen für mehr als 2 Bahnen am Stück. Peinlich peinlich.

    Mit dem Laufen möchte ich jetzt wieder langsam anfangen. Hier sehe ich technisch und vom Durchhalten die wenigsten Probleme. Immerhin was.

    Radfahren kann ich, aber irgendwie bin ich nicht so der Geschwindigkeits-Typ. Ich habe quasi Angst vor Geschwindigkeit. Aber Angst schießt ja bekanntlich auch keine Tore.

    Ich versuche mal nächste Woche mit dem Neustart und dann mit Laufen (vll. 8 km) und Schwimmen (vll. 1 km aber kraul-brust gemischt, ggf. zum schluß nur noch brust)..

    Ich freu mich auf Tipps und Tricks, es gibt viel zu tun 🙂

    Mel

    melanie sommer

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