Schwimmtipps für den Laufkater

Eher durch Zufall und via Twitter bin ich auf den Blog von Laufkater gestoßen. Und auf einen interessanten Artikel zum Thema Schwimmen mit dem Titel: Das Ding mit dem Schwimmen – warum ist Kraulen nur so schwer?

Vieles hat mich an Avon’s Probleme erinnert, einen Wettkampf komplett zu kraulen. Unvergessen die legendären Versuche im Motzensee. Uns so kam mir die Idee, das Thema Schwimmen an Hand von Laufkaters Blogeintrag mal wieder zu beleuchten.

“Wenn ich ein paar wenige Züge Kraul schwimme, ohne zu atmen, dann fühlt sich das teilweise schon irgendwie ganz gut an. Sobald ich aber atmen muss, falle ich auseinander. Nach rechts geht das noch für ein paar Züge gut, nach links bringt es mich sofort raus. Außerdem habe ich das Gefühl, permanent zu wenig Luft zu bekommen. Dabei atme ich ins Wasser aus, habe also eigentlich genug Zeit. Wenn ich 2er-Atmung mache, weil es nach rechts halt besser geht, atme ich mehr als ich eigentlich müsste. 4er Atmung ist zu wenig. 3er wäre gut, wenn ich nicht nach links immer sofort absaufen würde. Ich versuche mich zwar schon an diversen Übungen, und es hat sich auch schon ein kleines bisschen verbessert, aber das wird noch ein langer Weg.”

Womit wir aus meiner Sicht schon beim Kern des Themas sind. Die Atmung. Vergessen wir im Schritt Eins alle anderen Themen. Fokussieren wir uns zunächst ausschließlich auf die Atmung.

Ihr erinnert Euch: Avon hatte einen Gutschein für eine Schwimmtrainerin. Er zeigte mir seine “Erfolge” und das Erste, was mir auffiel, war sein Viererschlag. Ich forderte ihn zum Zweierschlag auf – und er soff ab. Doch nach einer Stunde Training mit mir, machte er gewaltige Fortschritte. Deshalb vergesst am Anfang alles andere: Fokus liegt auf der Atmung und dem Zweierschlag.

Wie kann man das nun üben?

Richtige Atmung beginnt beim Ausatmen. Wenn der Kopf unter Wasser ist, gilt es, soviel wie möglich Luft durch die Nase auszuatmen. (In dem fetten Satz ist Nase das Wort worauf es ankommt). Dadurch wird der gesammte Nasen- und Rachenraum frei von Wasser und genau DAS ermöglicht im Anschluss das Einatmen, ohne auch nur einen Tropfen Wasser in die Nase zu bekommen.

Wie kann man diese Technik üben?

  • Phase I: An Land durch den Mund einatmen und die gesamte Luft durch die Nase ausatmen.
  • Phase II: Das Ganze im Wasser wiederholen. An einer Stelle ins Wasser stellen, Luft durch den Mund rein, untertauchen und Luft durch die Nase raus. Hochkommen und einatmen. Das ganze so lange üben, bis die Nase beim Einatmen wasserfrei ist. Die Meisten schaffen das nach 3-4 mal abtauchen
  • Phase III: Anwenden der Technik beim Brustschwimmen. Hier kann man ganz gemütlich schwimmen und die Technik üben. Ein wenig Luft geht natürlich auch durch den Mund raus, das Augenmerk muss aber auf einer freien Nase liegen
  • Phase IV: Jetzt wird es ernst. Anwenden der Technik beim Kraulschwimmen. Wer Phase III locker schafft, wird sehen, es funktioniert auch beim Kraulschwimmen.

Normalerweise belasse ich es an dieser Stelle bei meinen Tipps und empfehle, sich voll auf das Thema Atmung zu fokussieren. Im Artikel von Laufkater gibt es aber noch ein paar Punkte, die aus meiner Sicht einer Erwiderung bedürfen, deshalb meine “Weltsicht” 🙂 dazu an dieser Stelle.

“Beim Kraulen habe ich Schwierigkeiten, mit den Beinen anständig Vortrieb zu erzeugen.”

Der harte Beinschlag ist beim Schwimmen hauptsächlich auf der Kurzstrecke zu finden. Auf langen Strecken dienen die Beine der Stabilisierung. Für das Atemtraining kann zunächst durchaus mit einem Pullbuoy zur Stabilisierung der Körperlage gearbeitet werden. Mein Beinschlag, von 1500 Metern bis 10 Kilometer ist sehr, sehr ruhig. Der Speed kommt über die Arme.

“In der Theorie weiß ich, dass das reine Gleiten beim Kraulen eigentlich entfällt, und dass die Erholungsphase dann stattfindet, wenn ein Arm über Wasser ist. Leider erhole ich mich dabei nicht, weil der Rest des im Wasser befindlichen Körpers schwer damit beschäftigt ist, nicht unterzugehen.”

Richtig gute Schwimmer gleiten sehr wohl. Gutes Kraulschwimmen ist NICHT mit einer “Windmühle” also dem “Rotieren” der Arme gleichzusetzen. Es gibt dutzende Videos dazu auf youtube. Für den besonderen Fall von Laufkater empfehle ich ein sehr schönes und einfaches Video zur Armtechnik.

Das soll es für einen ersten Schritt gewesen sein. Zum Abschluss gerne nochmal mein Lieblingshinweis: Fokus auf die Atmung. Und nun …. viel Erfolg!

Bildquelle: (c) dastridream.de

7 Kommentare

  1. Muss mal so komisch fragen; ist Zweierschlag dasselbe wie Zweieratmung?

    Wieso habt ihr Avon auf Zweier “zurückgeholt”? Wenn er dabei eine gute Wasserlage hatte und die Luft nicht anhält, kann das doch sogar von Vorteil sein, oder? Ich habe selbst eine Weile gebraucht, um auf Dreieratmung umzustellen, aber die Mühe hat sich gelohnt – nicht zuletzt für die Orientierung im Freiwasser und die Flexibilität im Wettkampf.

    Schön, dass wir durch Christianes Fragen auf euren Blog aufmerksam geworden sind. Wo ist der Abo-Knopf? 😉

  2. Das kannst Du sehr gut an Laufkaters Blogeintrag sehen:

    “Wenn ich ein paar wenige Züge Kraul schwimme, ohne zu atmen, dann fühlt sich das teilweise schon irgendwie ganz gut an […] aber 4er Atmung ist zu wenig.”

    Avon glaubte eine gute Wasserlage zu haben und schwamm 4er Atmung. Nur schwimmt keiner 1500 Meter oder 3,8 Kilometer mit 4er Atmung, auch Avon nicht. Nach einer Bahn war er kaputt.
    Also stellten wir auf eine 2er Atmung um. Ergebnis: Er bekam nicht richtig Luft und die Wasserlage war furchtbar. Klares Zeichen, dass er die Wasserlage nicht drauf hatte. Also haben wir die 2er Technik gelernt, um die Atmung inkl. Wasserlage zu üben. Mittlerweile krault er die 1500 durch …
    Jetzt kann er natürlich immer wieder mal den 4er einlegen, oder sich an den 3er rantasten …

    dvon dvon

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.