Wie trainiert man in 3 Wochen für eine Sprintdistanz?

Sonntag, 29. August 2021

09 Uhr 23

Kallinchen, Strandbad.

Die Jungs von DAS TriDream stehen im Motzener See und warten auf den Startschuss zu intensiven 750 Metern schwimmen. Vor einer halben Stunde wurden nochmal die Räder gecheckt und die Wechselzone überprüft.

Pünktlich um 09:25 stürzen sich die Athleten ins Wasser und durchpflügen den See. Ein spannender Zweikampf im Motzener See und die Jungs vom DAS TriDream geben alles. Svon kommt als zweiter aus dem Wasser, aber das hatte er erwartet. Ein schneller Wechsel Dank seiner 2021er Routine und ab aufs Rad. Er hat einen klaren Plan, von dem er nicht abweichen wird. Er wartet auf seinen Bruder, der ihn noch auf der ersten Radrunde einholt. Nun gibt er Gas, hängt sich an Avon und nach wenigen Minuten schnappen sie sich Dvon, der ihnen nicht folgen kann. Sein schneller Schwimmsplit war nicht schnell genug, um sich länger als ein paar Kilometer an der Spitze zu behaupten. Zweiter Wechsel und ab auf die Laufstrecke. Avon, nicht im Training stehend aber gut zehn Kilo leichter als Svon und Dvon, löst sich schon auf dem ersten Kilometer von Svon und bringt das Ding nach Hause. Svon bringt den zweiten Platz nach Hause und Dvon ist heuer mit Bronze mehr als zufrieden

Wie trainiert man nun in 3 Wochen für eine Sprintdistanz? Das ist die Frage, die mir durch den Kopf ging, als Avon seinen Artikel zum geplanten Start beim Kallinchen-Triathlon veröffentlicht hat. Von quasi Null auf 100? Keine Ahnung, dass muss Avon schon selber mal schreiben. Ich könnte lediglich darüber berichten, wie man sich in zwei Wochen auf eine Sprintdistanz vorbereitet, doch das ist Stoff für einen anderen Artikel.

Ich kam erst zum Ende der vorletzten Woche dazu, Avon’s Artikel zu lesen. Kein nachhaltiges Training seit März des Jahres. Gut an Gewicht zugelegt und sogar Svon überholt. Meine drei “Wettkämpfe” das Jahres haben schon Spaß gemacht, sie dienten aber mehr dazu das Jahr 2021 nicht zu verschenken. Und nun das. Starten die beiden in Kallinchen. Ein Blick auf die Startplätze, es gab noch einige freie Slots. Zuhause den Vorschlag angebracht und fragende Blicke ob meiner Fitness geerntet. Wie trainiert man in 2 Wochen für eine Sprintdistanz? Trotz Bedenken bekam ich grünes Licht. Nachts schnell noch einen Startplatz gesichert und am nächsten Tag die Logistik geplant. Hotelzimmer gebucht. Passt. An- und Abreise mit dem Auto wurde schnell verworfen. Ferienwochenende, Baustellen, Staugefahr. Fliegen mit dem Rad? Hmm. Also mit der Bahn, hoffend dass Genosse Weselsky nicht gerade an meinem Wochenende streikt. Da ich keine Bahncard mehr habe, Corona lässt grüßen, geht eine Bahnfahrt gut ins Geld. Glücklicherweise fiel mir kurz vor dem Klicken auf den “Kaufen” Button ein, dass ich noch zwei Freifahrten hatte. Die Züge waren schnell gefunden, nur die Radplätze alle ausgebucht. Ich hing dann fast vierzig Minuten in der Warteschleife der Bahn, aber der freundliche Kollege konnte mir auch nicht weiterhelfen.

Also Plan B. Eine Radtasche gekauft, in der ich das Rad als Gepäck transportieren kann. Im Flugzeug würde ich das so nie mitnehmen, aber ich trage es ja selber. Die Tasche kam schnell geliefert und sollte zumindest für diese Reise halten. Wenn ich das Rad eingepackt habe, reiche ich die Fotos hier noch nach. Jetzt hoffe ich, dass ich mit der Tasche nicht rausgeworfen werde. Trotz intensiver Recherche im Internet habe ich keine verlässlichen Informationen dazu gefunden, außer das Gepäck von einer Person getragen werden können muss. Nun, wir werden sehen, ob man mich mitnimmt.

Ich hoffe der Zug ist pünktlich und ich schaffe meinen Anschluss nach Königswusterhausen. Von dort sind es nur noch 16 Kilometer bis Kallinchen. Die Jungs werden Augen machen! Ich denke, damit rechnen sie nicht, habe ich doch mal 2013 großspurig verkündigt, dass ich nicht für einen Mickey Mouse Wettkampf nach Berlin komme. Ja, so ändern sich die Zeiten.

Mein eingangs erwähnter Wettkampfbericht ist übrigens mein voller Ernst. Keine Ahnung ob und was Avon trainiert, aber sein Gewicht ist fast 10 Kilo geringer als meins und Svon’s, der Kilometersplit mit 05:18 min immer noch der Beste. Ich will mein Licht nicht unter den Scheffel stellen. Klar, ich werde als Erster aus dem Wasser kommen. Und Svon wird nicht weit weg sein. Die Radzeiten von Svon in den letzten Wettkämpfen sind nicht von schlechten Eltern. Im Laufen könnte ich vielleicht knapp die Nase vor Svon haben, deshalb wird er auf der Radstrecke alles dran setzen, vorbei zu kommen. Und da ist ein 10 Kilo leichter Avon Express als Tempomacher natürlich das beste Mittel.

Nun, so sieht es auf dem Papier aus. Natürlich kann im Wettkampf, auch auf der Sprintdistanz, immer etwas schief gehen. Krämpfe, Raddefekte oder ein Einbruch. Insofern ist natürlich jeder Wettkampf spannend.

Ich jedenfalls habe gerade ein richtig dickes Grinsen im Gesicht und freue mich, die Jungs nächstes Wochenende zu sehen. Und, das muss an dieser Stelle erwähnt werden, ist das ausschließlich unserem Blog zu verdanken. Ich wäre allein nie auf die Idee gekommen, diesen Aufwand für eine Sprintdistanz auf mich zu nehmen, wenn es nicht das Team gebe. Es ist super zu sehen, dass unser Blog genau das macht, wofür er aufgesetzt wurde: Uns zu motivieren. Und ein fast abgeschenktes Jahr bekommt damit doch noch einen versöhnlichen Abschluss. Egal wie das Rennen ausgeht.

Wir sehen uns an der Startlinie, Männer.

Bildquelle: (c) dastridream.de

 

 

2 Kommentare

  1. Cool. ich habe schon letztes Jahr damit gerechnet. Aber die Herren Avon und Dvon wollten ja erst nicht. Ich freue mich riesig. Lass uns Spass an diesen Tag haben. Vieleicht laufen wir ja zusammen über das Ziel. 🙂 .

    svon

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