WS75R3 – Der Kopf entscheidet

Ein Regenguss am morgen ließ mich am vergangenen Sonntag nochmal im Bett umdrehen, bevor ich zum dritten Wettkampf des Jahres antrat. Doch gegen 9 Uhr wurde es besser und auch die Straße trocknete ab.

Rauf auf’s Rad und ab zum Wörthsee, denn Rennen 3 stand auf dem Plan. Ich komme momentan unter der Woche kaum zum Trainieren und so gibt es keine Möglichkeit, Form und Leistung zu steigern. Wie wir wissen, entscheidet bei einer Langdistanz der Kopf. Viel hängt von der mentalen Stärke ab. Aber gilt das auch für eine Sprintdistanz?

Ich hatte mir am Vortag Rennen 1 und 2 nochmal genau angeschaut. Rennen 2 hatte ich auf Grund langsamer Wechsel gegen Rennen 1 verloren. Also hier war vor allem der Kopf gefragt. Ich würde mich diesmal genau darauf konzentrieren, was in der Wechselzone ablaufen würde.

Der zweite Teil der Analyse zeigte mir, dass ich in Rennen 2 beim Laufen doch einiges gut gemacht hatte. Nicht, weil ich plötzlich fitter war, sondern weil der Kopf mir half, mich ein bisschen zu quälen und ich die Hoffnung hatte, doch noch an Rennen 1 heran zu kommen.

Mit dieser Einstellung ging es an den Start. Diesmal hatte ich den See komplett für mich allein, obwohl es schon halb elf war. Also perfekte Voraussetzungen.

Dann der Start. Ich konzentrierte mich nur aufs Schwimmen. Lange, ruhige Züge und mich durch nichts ablenken lassen, auch nicht durch eine tote Wasserpflanze, die mir auf dem Rückweg in die Quere kam. Kurz gingen mir mal wieder Gedanken über riesige Welse, die an meinen Zehen knabbern und Wasserpflanzen, die mich in die Tiefe ziehen wollen durch den Kopf, aber ich schaffte es, das auszublenden. Ich kam unter der psychologischen Marke von 10 Minuten aus dem Wasser. Gut gemacht! Auf der Badewiese waren mittlerweile einige wenige Leute, ich blendete sie aber aus und hatte nur ein Ziel: Einen schnellen Wechsel. Mit 1:51 min gegen 2:16 min bzw. 2:38 min war das schon eine Hausnummer,

Rauf aufs Rad und diesmal mit dem Lenkertrinksystem am Start. Das zwang mich, öfter in die Aeroposition. Doch spart es auch Zeit? Fast eine halbe Minute bzw. über eine Minute zu Rennen 2 konnte ich gut machen. Es half mit Sicherheit, dass die Straßen trocken waren und das ich mich immer wieder selbst antrieb, mich aufs Radfahren zu konzentrieren. Es ist bei einem Einzelwettkampf ganz leicht, die Gedanken schweifen zu lassen. Und wenn sie erst mal sonst wo sind, geht der Speed ganz schnell verloren.

Der zweite Wechsel. Ging hier auch was? Um es kurz zu machen, ja. 30 Sekunden bzw. 1 Minute gegenüber Rennen 2. Mit 01:30 min fegte ich förmlich durch die Wechselzone. Zu diesem Zeitpunkt rechnete ich fest mit der Verbesserung meiner Gesamtzeit. Und das war das Problem. Das Laufen war wie immer der schwierigste Teil, aber es fehlte der letzte Push im Kopf, noch mehr rauszuholen, als da war. Ich versuchte mich an die Zeit von Rennen 2 heranzutasten und zu unterbieten. es war hart und es gelang auch nicht ganz. 16 Sekunden fehlten am Ende, weil der Kopf nicht mehr in der Lage war, mich härter zu pushen.

Mit der neuen Bestzeit von 01:05:48 h unterbot die die Zeit vom Rennen 1 um fast 3 Minuten. 3 Minuten, nur durch Konzentration und Kopfarbeit. Das ist eine wichtige Erkenntnis für künftige “echte” Rennen.

Mir hat es wieder viel Spaß gemacht und auch hier werde ich wieder 2 Euro in unsere Kasse einzahlen.

Bildquelle: (c) dastridream.de

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